Unsere Wissenschaft

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Regulatorische Autoantikörper

Regulatorische Autoantikörper (RAbs), die an G Protein gekoppelte Rezeptoren binden (RAb-GPCRs), werden zunehmend als physiologische Regulatoren der GPCR-Funktion erkannt. Durch spezifische Bindung an GPCRs sind sie in der Lage, deren Signalübertragung zu aktivieren oder zu hemmen. Unter bestimmten Bedingungen können sie jedoch fehlreguliert sein oder übermäßig produziert werden, was zu einer anhaltenden und unkontrollierten Aktivierung von GPCRs führt.

Forschungen haben RAbs mit einer Vielzahl von Erkrankungen in Verbindung gebracht, darunter Autoimmunerkrankungen (z. B. systemische Sklerose und Lupus), Herz Kreislauf und zerebrovaskuläre Erkrankungen sowie neuroimmunologische Störungen (z. B. Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom und Post-COVID-Syndrom).

G Protein gekoppelte Rezeptoren (GPCRs) sind an zahlreichen physiologischen Prozessen im menschlichen Körper beteiligt. Ihre umfangreiche physiologische Bedeutung und pharmakologische Modulierbarkeit haben GPCRs zu einem bedeutenden Ziel der Wirkstoffinnovation gemacht. Mehr als 30 % der FDA zugelassenen Medikamente wirken über GPCRs, was ihre Relevanz im Krankheitsmanagement und in der Arzneimittelentwicklung unterstreicht.

Die Komplexität der GPCR-Signalwege sowie die breite zelluläre Verteilung dieser Rezeptoren machen eine RAb-induzierte Funktionsbeeinträchtigung besonders gravierend – und verdeutlichen zugleich die Chancen neuer Therapien, die auf regulatorische Autoantikörper abzielen.

Graphische Darstellung

Rovunaptabin

Rovunaptabin ist ein einzelsträngiges DNA-Aptamer aus 15 Desoxynukleotiden. Es bildet eine klar definierte dreidimensionale Struktur aus, bindet mit hoher Affinität und Spezifität an regulatorische Autoantikörper (RAbs) und verhindert so, dass diese GPCRs aktivieren. Dieser Mechanismus kann auch zu einer Reduktion der weiteren RAb-Produktion führen.

Rovunaptabin

Rovunaptabin ist ein einzelsträngiges DNA-Aptamer aus 15 Desoxynukleotiden. Es bildet eine klar definierte dreidimensionale Struktur aus, bindet mit hoher Affinität und Spezifität an regulatorische Autoantikörper (RAbs) und verhindert so, dass diese GPCRs aktivieren. Dieser Mechanismus kann auch zu einer Reduktion der weiteren RAb-Produktion führen.

Aptamere

Aptamere sind kurze, einzelsträngige Oligonukleotide (DNA oder RNA), die sich in definierte Strukturen falten und spezifisch an Zielmoleküle wie Antikörper oder Proteine binden können. Sie werden synthetisch hergestellt, was eine präzise Kontrolle ihrer Zusammensetzung in einem skalierbaren Prozess ermöglicht, und zeichnen sich durch eine hohe Stabilität aus.

Im Vergleich zu proteinbasierten Therapeutika sind Aptamere in der Regel weniger immunogen und lösen keine Antikörperantwort aus. Zur Verbesserung ihrer Eigenschaften und Funktionalität können sie leicht mit chemischen Gruppen modifiziert werden und Dank ihrer geringen Größe dringen sie effizienter in Gewebe ein als größere Moleküle wie Antikörper. Aufgrund dieser Vorteile bieten Aptamere einen vielversprechenden neuen Ansatz für zielgerichtete Therapien mit potenziellen Vorteilen gegenüber herkömmlichen Behandlungen.

Rovunaptabin (früher BC 007) ist unser Aptamer-Wirkstoffkandidat gegen regulatorische Autoantikörper und befindet sich derzeit in der klinischen Entwicklung für Herzinsuffizienz und postvirale Infektionskrankheiten.